Wie können Daten dabei helfen, die Qualität von Innen- und Außenräumen zu untersuchen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 3. September 2026 insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Landsberg beim zweiten Projekttag „UrbanLab“ im Historischen Technikzentrum (HTZ) der Stadtwerke Halle.
Gemeinsam mit dem Reallabs-Projektteam des Smart-City-Bildungszentrums Passage 13 schlüpften die Jugendlichen in die Rolle eines Smart-City-Teams. In kleinen Gruppen bearbeiteten sie praxisnahe Aufgaben und untersuchten mithilfe selbst programmierter Sensorik Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂-Gehalt an verschiedenen Messorten.

In einer ersten Mission gingen die Schülerinnen und Schüler der Frage nach, wie sich das Raumklima verändert, wenn sich mehrere Menschen in einem Raum aufhalten. Die Messungen zeigten dabei einen Anstieg sowohl des CO₂-Gehalts als auch der Temperatur. So konnten die Jugendlichen unmittelbar nachvollziehen, welchen Einfluss die Nutzung eines Raumes auf dessen Klima haben kann.
Eine zweite Aufgabe führte die Gruppen nach draußen. Hier verglichen sie Messwerte in unmittelbarer Nähe einer Gebäudewand mit einem freien Standort. Dabei zeigte sich, dass Messdaten stark vom jeweiligen Standort und den konkreten Bedingungen vor Ort beeinflusst werden können.
Aus den gesammelten Daten entwickelten die Jugendlichen anschließend eigene Handlungsempfehlungen. Besonders die hohe Luftfeuchtigkeit in Teilen des Historischen Technikzentrums regte zur Diskussion an. Die Schülerinnen und Schüler schlugen unter anderem eine bessere Belüftung, Lufttrocknung sowie regelmäßige Kontrollen vor.
Ihre Ergebnisse präsentierten die Teams abschließend Bärbel Uhlenhaut, Leiterin des Historischen Technikzentrums und Auftraggeberin der Missionen.
Bereits im Frühjahr hatte ein erstes UrbanLab stattgefunden. Der Vergleich der Messwerte beider Projekttage machte deutlich, wie unterschiedlich Ergebnisse je nach Raum, Standort und Messbedingungen ausfallen können. Die Jugendlichen lernten dadurch nicht nur, Daten zu erheben, sondern diese auch kritisch einzuordnen und zu hinterfragen.
Neben dem technischen Arbeiten spielte auch die Berufsorientierung eine wichtige Rolle. Durch den Projekttag erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsfelder der Stadtwerke Halle und konnten sich mit möglichen beruflichen Perspektiven auseinandersetzen.
Besonders positiv bewerteten die Jugendlichen das freie Arbeiten, die Teamarbeit, das Programmieren sowie die Präsentation der eigenen Ergebnisse. Auch der Straßenbahn- und Fahrsimulator im Historischen Technikzentrum gehörte für viele zu den Höhepunkten des Tages.
Das zweite UrbanLab zeigt, wie reale Orte und konkrete Fragestellungen als Ausgangspunkt für eigenständiges Forschen und technisches Experimentieren genutzt werden können. Gleichzeitig verbindet das Format Themen wie Sensorik und datenbasierte Stadtentwicklung mit Berufsorientierung und den eigenen Vorstellungen der Jugendlichen von der Stadt der Zukunft.
Der Projekttag wurde gemeinsam vom Historischen Technikzentrum der Stadtwerke Halle, dem Gymnasium Landsberg und dem Reallabs-Projektteam des Smart-City-Bildungszentrums Passage 13 umgesetzt. Begleitend erfolgte eine Evaluation durch das Zentrum für Sozialforschung Halle e. V.